The Hearach oder: Wie aus Italien Schottland wurde

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März 2023. Der Piemont-Urlaub ist in trockenen Tüchern, die Unterkunft gebucht, die ersten Ausflüge geplant. Dieses Jahr also mal nicht nach Schottland. Soll ja auch in Italien ganz schön sein.

  1. Mai 2023. Auf Instagram ploppt die neueste Meldung der Harris Distillery auf:

Am 23.9.2023 also soll The Hearach präsentiert werden. 23.9.2023 – der erste Tag unseres Italien-Urlaubs. Italien-Urlaub? Wir sehen uns an, und ohne Worte ist klar – das wird nichts. Zwei Tage später ist unsere Reise nach Schottland festgeklopft.

Jetzt sind wir also hier, eben mit der Fähre von Uig angekommen. Schon auf dem Schiff die Durchsage, dass es für Distillery-Besucher mit Parkplätzen ein bisschen eng werden könnte. Wir finden in der Nähe ein Plätzchen für unser Auto und reihen uns in eine unglaubliche Warteschlange ein.

Dauert aber nur zwei Stunden, und schon sind wir drin! Quasi Islay-Time, beim Feis Ile geht es anscheinend auch nicht schneller. Die Stimmung lässt sich hier keiner so schnell verderben, schliesslich hätte es ja auch regnen können. Stattdessen bekommen wir noch ein paar Sonnenstrahlen ab. Feuern die „Laiendarsteller“ an, die für das anwesende BBC-Team glückliche Käufer mimen. Und auch die leichte Skepsis bei manchen – „na, mal sehen, ob sich die Warterei überhaupt lohnt“ – löst sich beim ersten Schluck Whisky in Wohlgefallen und Glückseligkeit auf.

Am Eingang werden wir mit einer kleinen Kostprobe des Batch 3 empfangen. Erster Eindruck: Fruchtig, floral, honigsüss mit leichtem Rauch. Also durchaus trinkbar mit angenehmen 46 %. Und zum Glück fehlen ihm jegliche Fehlnoten, die manch jungen Whisky auszeichnen. Mittlerweile hat schon die Runde gemacht, dass zumindest online Batch 1 bis 6 ausverkauft sind. Hier könnten wir aus dem Vollen schöpfen, beschränken uns aber auf Batch 1 und Batch 2.

Beim Abstecher ins Distillery-eigene Café unterhalten wir uns noch kurz mit Simon, dem Distillery Managing Director. Erschöpft, aber glücklich und stolz ist wohl die richtige Beschreibung für seinen Zustand. Mit so viel Andrang und positiver Resonanz hatte niemand aus dem Distillery-Team gerechnet.

Fazit: Durchfroren, aber zufrieden mit unserer spontanen Reiseänderung sitzen wir jetzt in unserem Ferienhaus, lassen uns Batch 1 schmecken und schauen der Fähre auf ihrem Weg nach North Uist zu.

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